Die Wahl der richtigen Farbe hängt auch von der Nutzung ab. In der Küche habe ich mich für ein warmes Gelb entschieden, das morgens beim Frühstück Energie gibt. Aber die Farbe muss auch praktisch sein. Ich habe eine abwaschbare Farbe genommen, weil ich schnell mal Spritzer an der Wand habe. Die Farbpalette für die Wohnung sollte immer die Funktionalität mitdenken. Im Flur, wo oft Dreck und Feuchtigkeit reinkommen, habe ich einen dunkleren Grauton gewählt, der Flecken verzeiht. Das macht die Pflege einfacher. Ich habe auch gelernt, dass ich mit Streifen arbeiten kann, um die Decke höher wirken zu lassen. Ein senkrechter Streifen in einem helleren Ton auf der Wand verlängert den Raum optisch. Das habe ich bei einem Kunden gemacht, der eine niedrige Decke hatte.
Mein erstes Projekt war die Anpassung der Arbeitsplattenhöhe. Die Standardhöhe von 90 Zentimetern ist für mich mit 1,70 Meter einfach zu niedrig. Ich habe damals auf 95 Zentimeter erhöht, indem ich die Füße der Unterschränke mit Holzklötzen unterlegt habe. Das hat sofort geholfen, denn ich musste mich nicht mehr so stark nach vorne beugen. Beim Nudelwasserabgießen oder beim Kneten von Teig spüre ich den Unterschied deutlich. Wer größer oder kleiner ist, sollte seine Küche individuell planen. Eine einfache Faustregel: Die Arbeitsplatte sollte etwa zehn Zentimeter unter dem Ellenbogen liegen. Das entlastet die Schultern und beugt Verspannungen vor. Auch die Höhe des Herdes und der Spüle kann man mit Unterlegplatten oder höhenverstellbaren Systemen anpassen.
Mein absoluter Fehler war, als ich dachte, ein dunkler Raum braucht unbedingt kräftige Farben. Ich strich mein Arbeitszimmer in einem satten Bordeaux, weil ich dachte, das macht ihn edel. Das Gegenteil trat ein. Der Raum wirkte noch enger und irgendwie bedrückend. Stattdessen habe ich dann gelernt, mit hellen Grautönen zu arbeiten, die das Tageslicht reflektieren. Die Farbpalette für die Wohnung sollte immer auf die Lichtverhältnisse abgestimmt sein. In Räumen mit Nordfenster wirken warme Gelbtöne oder sanfte Pfirsichfarben viel besser als kühle Blautöne. Ich habe auch gemerkt, dass ich mit Akzenten arbeiten kann. Ein Sofa in Senfgelb oder ein Teppich mit geometrischen Mustern bringt Leben rein, ohne dass ich die ganze Wand tapezieren muss. Das spart Geld und Nerven.
Dann ist da noch das Thema Stauraum. In meiner ersten Wohnung hatte ich nur kleine Küchenzeile, und alles war auf Augenhöhe verstaut. Die schweren Töpfe lagerten ganz oben, das war eine echte Herausforderung für die Schultern. Heute nutze ich Auszugsysteme in den Unterschränken, die mir den Zugang zu Pfannen und Vorräten erleichtern. Die oberen Fächer sind nur für leichte Dinge wie Gewürze oder Tassen reserviert. Wer seine Küche ergonomisch einrichtet, denkt auch an die Griffe: Statt Knöpfe verwende ich durchgehende Griffleisten, die sich mit der ganzen Hand öffnen lassen. Das schont die Finger und verhindert Verkrampfungen. Auch die Schubladen sollten leichtgängige Schienen haben, damit man nicht zu stark ziehen muss.
Ich habe schon so manchen Boden verlegt, aber Laminat bleibt mein Favorit, wenn es schnell gehen muss. Stell dir vor, du ziehst in eine neue Wohnung mit diesen typischen hellen Dielen, die nach nichts aussehen. Nach zwei Tagen Arbeit liegt ein warmer, dunkler Eichenholzboden, der den ganzen Raum verwandelt. Die Klickverbindung ist so einfach, dass ich es meiner Nachbarin in einer Stunde beigebracht habe. Ein kleiner Tipp: Achte auf die Stärke der Trägerplatte, mindestens acht Millimeter, sonst drückt sich jeder kleine Stein durch. Die Oberfläche ist erstaunlich kratzfest, selbst mein Kater mit seinen Krallen hinterlässt keine Spuren. Allerdings, bei echtem Wasser musst du schnell sein. Einmal habe ich vergessen, den Wischer auszuwringen, und die Fugen sind leicht gequollen. Seitdem nehme ich nur noch nebelfeuchte Tücher, das reicht völlig.
Die Beleuchtung ist ein weiterer Punkt, den viele vernachlässigen. Eine einzelne Deckenlampe über dem Tisch ist oft zu grell oder zu schummrig. Ich habe eine Pendelleuchte mit einem Dimmer installiert, die ich je nach Stimmung einstellen kann. Zum Frühstück mag ich helles Licht, zum Abendessen mit Freunden eine warme, gedimmte Atmosphäre. Zusätzlich habe ich zwei kleine Wandleuchten an der Seite, die den Raum weicher machen. Achtet darauf, dass die Leuchte nicht tiefer als 75 Zentimeter über der Tischplatte hängt, sonst blendet sie. Und wenn ihr einen runden Tisch habt, wählt eine runde Lampe – das wirkt harmonischer.
Ein weiterer Punkt ist die Psychologie der Farben. Blau beruhigt, Rot aktiviert. Aber ich arbeite selten mit reinen Farben. Stattdessen mische ich immer einen Grau- oder bei, damit die Farbe nicht zu grell wirkt. In meinem Schlafzimmer einrichten habe ich ein zartes Lavendelgrau, das abends zur Ruhe kommt. Das war ein langer Suchprozess. Ich habe drei verschiedene Farbtöne getestet, bis ich den richtigen fand. Die Farbpalette für die Wohnung muss auch mit den Möbeln harmonieren. Mein Bettgestell ist aus Eichenholz, und das Lavendelgrau kommt mit dem warmen Holzton gut klar. Ich habe auch ein paar Kissen in Dunkelblau dazu gelegt, die den Raum erden. Die Deckenlampe mit warmweißem Licht verstärkt die Wirkung.